Das Smartphon kann ein hilfreiches „Werkzeug“ im Kleingarten sein. Apps helfen uns dabei, Pflanzen und Tiere zu bestimmen und unsere Artenkenntnisse zu vergrößern. Die Dokumentation der Pflanzen ist auch für die Wissenschaft sehr interessant. Durch sogenannte Citizen Science (d.h. Bürgerwissenschaft) können wichtige Erkenntnisse zur biologischen Vielfalt in Gärten gewonnen werden.
Beim achten Online-Bildungs- und Vernetzungstreffen am 03.03.2015 stellte Dr. Ingmar Staude, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Biologie der Universität Leipzig, erste Ergebnisse aus dem Projekt „GartenDiv“ vor, welches mithilfe der App Flora Incognita Daten sammelt.
Wie kann man Bestimmungs-Apps im Kleingarten nutzen?
- Artenwissen: Man kann das eigene Wissen über die Pflanzen und Tiere vergrößern.
- Artenschutz: Indem man sich weiter über die Arten informiert, kann man besonders schützenswerte Arten identifizieren und gezielt fördern.
- Beratung und Wissensweitergabe: Apps können ein Hilfsmittel in der Fachberatung und der Umweltbildung sein, um beispielsweise Gartenneulinge und Jugendliche für Pflanzen und Tiere zu begeistern.
- Beitrag zur Forschung und Wissenschaft: Viele Apps werden von Forschungseinrichtungen betrieben und die Beobachtung helfen, Daten zu sammeln.
- Aktionen: Über die Apps kann man gezielt an bestimmten Aktionen z.B. „Stunde der Gartenvögel“ und spezifischen Bürgerwissenschaftsprojekten wie „GartenDiv“ teilnehmen.
Welche App passt zu mir?
Es gibt viele verschiedene Optionen: Je nachdem ob Sie Pflanzen oder Tiere bestimmen möchten, ob Sie die App nur in Deutschland oder auch im Urlaub nutzen wollen. Welche App für Sie am besten passt, liegt nicht zuletzt auch an der Handhabung, die für Sie gut funktionieren muss. Wir haben eine Auswahl von Bestimmungs-Apps zusammengestellt, die bei Gärtnerinnern und Gärtnern im Kleingarten beliebt sind. Dies sind aber bei weitem nicht alle Apps.
- Alle
- Pflanzen
- Tiere
- Pilze

Flora Incognita
kostenlos
Was: Pflanzen
Funktionsweise: KI-Bilderkennung
Region: Deutschland und Mitteleuropa
Herausgeber: TU Ilmenau in Zusammenarbeit mit Max-Planck-Instituts für Biogeochemie

Pl@ntNet
kostenlos
Was: Wildpflanzen
Funktionsweise: KI-Bilderkennung
Region: Weltweit
Herausgeber: Verbund französischer Forschungsinstitute

ObsIdentify
kostenlos
Was: Wildtiere, Wildpflanzen, Pilze
Funktionsweise: KI-Bilderkennung
Region: Europa und niederländische Karibik
Herausgeber: Observation International Foundation; Naturalis Biodiversity Center, Natuurpunt und Zoster, Belgien

iNaturalist
kostenlos
Was: Tiere, Pflanzen, Pilze
Funktionsweise: KI-Bilderkennung
Region: Weltweit
Herausgeber: California Academy of Sciences in Zusammenarbeit mit der National Geographic Society, USA

Naturblick
kostenlos
Was: Tiere, Pflanzen, Pilze; Schwerpunkt urbane Natur
Funktionsweise: KI-Bilderkennung und Tonaufnahmen; Bestimmung anhand von Merkmalen
Region: Deutschland
Herausgeber: Museum für Naturkunde Berlin, Leibniz-Institut für Evolutions- und Biodiversitätsforschung

NABU Vogelwelt
Basisversion kostenlos
Was: Vögel
Funktionsweise: Anhand von Merkmalen (kostenlos) oder KI-Vogelstimmen- und Bilderkennung (kostenpflichtige Version)
Region: Deutschland
Herausgeber: NABU – Naturschutzbund Deutschland e.V.

BirdNET
kostenlos
Was: Vögel
Funktionsweise: Anhand von KI-Vogelstimmenerkennung
Region: Deutschland
Herausgeber: Technische Universität Chemnitz

BUND Insekten Kosmos
Basisversion kostenlos
Was: Insekten
Funktionsweise: Anhand von Merkmalen (kostenlos) oder KI-Bilderkennung (kostenpflichtige Version)
Region: Deutschland
Herausgeber: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
Erste Ergebnisse des Bürgerwissenschaftsprojektes „GartenDiv“
Erste Ergebnisse der Pilotstudie 2025 des Bürgerwissenschaftsprojektes GartenDiv lassen erahnen, welches Potenzial Kleingärten bereits heute für den Schutz der biologischen Vielfalt aufweisen und wo ein angepasstes Management sinnvoll sein könnte.
Insgesamt haben sich an der Pilotstudie des Projektes 2025 mehr als 300 Kleingärtnerinnen und Kleingärtner aus dem gesamten Bundesgebiet an dem Projekt beteiligt, einzelne mit an die 250 Artenbestimmungen pro Garten! Und das bei zugegebenermaßen recht wenig Öffentlichkeitsarbeit. Erhoben wurden 1638 Arten, Wild- und Kulturarten. Ein Blick in unsere 2008 durchgeführte Studie mit allein über 2000 Kulturarten in den Kleingärten zeigt, dass dieses Zwischenergebnis sicher noch nicht die Realität abbildet.
Die beteiligten Personen lassen auf natur- und umweltbewusste Gärtnerinnen und Gärtner schließen. Naturnah gestaltete Flächen machen im Durchschnitt 20 % der Flächen aus, weitere 20 % Gemüsebeete und 16 % Obstanbauflächen. Es wird sichtbar, wie gut kleingärtnerische Nutzung und naturnahe Gestaltung Hand in Hand gehen können. Sehr erfreulich die große Zahl von Biotopelementen, die mit für die vielfaltsfördernde Strukturvielfalt in den Kleingartenanlagen verantwortlich sind. Die 7% Rote Liste Arten an der Gesamtheit der erfassten Arten lassen staunen und sollten tiefer untersucht werden. Hinsichtlich erfasster invasiver Pflanzen ist ein kompetentes Management seitens der Vereinsvorstände in Zusammenarbeit mit Kommunen und Naturschutzverbänden gefragt. Entsprechende Schulungen hat der BKD bereits angeboten.
Die Auswertung der Gesamtergebnisse aller Erhebungen in Haus- und Kleingärten und auf Balkonen ist im Gange.
Die aktuell dargestellten Ergebnisse basieren auf einem fortwährend wachsenden Bestand an Artenerfassungen aus ganz Deutschland und darüber hinaus. 2025 war unser Pilotjahr, in dem sich bereits viele Menschen aktiv beteiligt haben. Dennoch sind die Ergebnisse zum aktuellen Zeitpunkt zumindest teilweise noch nicht als repräsentativ zu werten. Je mehr Menschen mitmachen und je länger die Erfassungen fortgeführt werden, desto besser werden sie die Realität abbilden.
Wir danken allen Engagierten für die Mitwirkung. Dies schafft nicht nur Wissen, sondern setzt ein starkes gesellschaftliches Zeichen: Unsere Gärten zählen!
Das breit aufgestellte Projektteam mit Partnern aus der Wissenschaft und dem BKD plant aktuell die Fortführung des Projektes 2026.
GartenDiv startet in die zweite Runde
Aktionszeitraum vom 22. Mai bis zum 7. Juni
Weitere Infos:
„GartenDiv“ ist ein Citizen Science Projekt, das federführend durch die Universität Leipzig durchgeführt wird. Weitere Partner sind das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig, das Julius Kühn-Institut (JKI) Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen, der Bundesverband der Kleingartenvereine Deutschlands (BKD) e.V. sowie Flora Incognita.
